Playnation Gamestar Clickbait

Ist noch jemandem der aktuelle Trend in Richtung Clickbait, Füll-Content und Wiederverwertung bei quasi allen ehemals gut lesbaren Videospiel-Magazinen aufgefallen?!

Gute Beispiele dafür sind der „größere“ Vorfall und der Werdegang von PlayNation sowie die Inhalte von GameStar in den letzten Wochen.

Der Fall PlayNation

PlayNation ist in der letzten Zeit anscheinend zur Bildzeitung der Gaming- und Internetszene mutiert. Jede noch so kleine Meldung wurde aufgeblasen und zur News gemacht, quasi jeden Tag gab es ein tolles (altes) Quiz über Youtuber X oder Spiel Y, die meist unveränderte Übersicht über Youtube-Deutschland bishin zu Themen die wohl oft nur grenzwertig in das Repertoire einer Seite gehören sollten, die sich auf Gaming-Inhalte spezialisiert hat.

Ich hatte schon länger den Eindruck dass PlayNation sowohl in Sachen Aktualität als auch inhaltlich nachgelassen hat, aber viele Beiträge der letzten Zeit waren einfach nur zum Kopfschütteln.

Das ganze gipfelte dann vor einigen Tagen in einem Bericht darüber wie der Fakt das BibisBeautyPalace bald mehr Abonennten als Gronkh hat sich auf Youtube Deutschland auswirken würde – diesem Thema widmete Playnation zwei Artikel innerhalb weniger Tage.

Das ging dann wohl selbst Gronkh persönlich zu weit – und er machte seinem Unmut über die Clickbait-Artikel von Playnation öffentlich Luft. (Dabei sei erwähnt das Gronkh zusammen mit Sarazar Gründer der Firma PlayMassive GmbH ist, zu der PlayNation gehört)

Es folgte ein „Entschuldigungspost“ seitens PlayNation in dem es dann auf einmal hieß man hätte nur Aufgrund des Feedbacks der Community so reagiert – obwohl man eben dieses Feedback schon seit dem wiederholten Posten von alten Artikeln und Quiz-Fragen komplett ignoriert hatte.
Verarschen könnt ihr euch alleine Jungs! 😉

Im folgenden Bild könnt ihr das ganze etwas besser nachvollziehen:

Playnation Clickbait
Der Vorfall bei dem selbst Gronkh öffentliche Kritik an der Arbeit seiner Firma ausübt, gefolgt von einem „Entschuldigungspost“ seitens Playnation wenig später.

Diese Aktion ging – natürlich auch bedingt durch die Reichweite von Gronkh – durch diverse Online-Medien und wurde auch von einigen Youtubern aufgegriffen.

Gamestar zieht nach

Umso mehr hat mich dann die schleichende Veränderung bei GameStar getroffen – dem Videospiele-Magazin dass für mich mit meinem eigenen Projekt immer eine Art „Vorbildfunktion“ hatte, sowohl was die Aktualität als auch die Qualität und die breite Palette an Themen anging.

Nach der Einführung des Paywall-Systems GameStar Plus, bei dem bestimmte Inhalte ausschließlich für Plus-Mitglieder verfügbar sind, dachte ich dass man sich bei Gamestar gefangen hätte – auch aufgrund des eher durchwachsenen bis negativen Feedbacks, das es Anfangs zu dem System gab.

Dem war aber leider nicht so – mit Ausnahme von Obermeiers News-Format nahm die Qualität der Videos ab, auch inhaltlich versuchte man augenscheinlich mit den Klartext- und Meinungsvideos eine möglichst kontroverse oder kritische Meinung einzunehmen, um viel Aufsehen zu erregen.

Der neueste Streich ist die Entfernung der Autoren-Namen damit man nicht mehr nachvollziehen kann, wer welche Artikel geschrieben hat – und so erkennen würde, dass wahrscheinlich dieselben Personen für die vielen Füll-News und aufgekochten Artikel verantwortlich sind.

Ein gutes Beispiel dafür fand ich heute auf der Seite: Super Mario World – 26 Jahre altes Geheimnis gelüftet lautete die Überschrift, es geht darum wie die großen Geister in Super Mario World besiegt werden können.
Die Einleitung zum Text und die Überschrift vermitteln eine „Neuheit“ bzw Neuentdeckung – das am Ende des Artikels verlinkte Video ist allerdings vom Mitte 2014.
Googelt man eine Minute, kommt heraus dass das „26 Jahre alte Geheimnis“ schon 1995 in Zeitschriften veröffentlicht wurde.

Da fragt man sich doch was GameStar nun Anfang 2017 dazu bewegt eine „News“ zu dieser Thematik zu schreiben, die auch noch auf der Seite als Top-News aufgeführt wird?!

Muss das wirklich sein?

Muss das wirklich sein? Muss sich der Videospiele-Journalismus jetzt wirklich auf das unterirdische Niveau der Bild-Zeitung begeben, um zu überleben?
Es gibt soviele kuriose Meldungen, sovieles wirklich interessantes und neues in der Spielebranche – und das wirklich JEDEN TAG!

Aber es ist anscheinend einfacher und effektiver denselben Content immer wieder zu posten und zu verwenden – oder längst ausgelutschte Themen mit irreführenden Überschriften „aufzupeppen“ und als neu auszugeben.
Oder aber man drischt so lange auf ein aktuell heiß diskutiertes Thema ein, bis es auch dem letzten Leser zum Halse raushängt.

Eine sehr negative Entwicklung, von der ich gehofft hatte gerade bei diesen zwei großen Magazinen verschon zu bleiben – aber der Trend zu Masse statt Klasse scheint auch hier angekommen zu sein, traurigerweise.

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