Homestory Cup XV – Mein Recap

Homestory-Cup XV Recap

Letztes Wochenende fand ein neuer Homestory-Cup statt. Für alle die damit rein garnichts anfangen können, eine ganz kurze Zusammenfassung, was das überhaupt ist:

Was ist der „Homestory Cup“?

Beim Homestory-Cup findet sich die Elite der Starcraft 2-Progamer in der Gamingbar von TakeTV (früher in Dennis ‚Take‘ Gehlens Wohnung) zusammen, und spielt ein Turnier mit lohnendem Preisgeld, in gemütlicher „Wohnzimmeratmosphäre“, daher auch der Name.
Das besondere dabei ist, das viele der Pro´s ebenfalls die Spiele der anderen Spieler casten (kommentieren), und man so auch mal die Stimmen und Persönlichkeiten hinter den Namen kennenlernt.
Lustige Aktionen, kleine Events und Treffen mit der Community und Fans in der Nähe der Location sind ebenfalls oft Teil des mehrtätigen Events.

Der Seatstory-Cup, ein Event das auf demselben Prinzip beruht, wird ebenfalls für das Spiel Hearthstone veranstaltet.

Wie lief der HSC XV

Die 15. Ausgabe des Homestory-Cups lief ohne Hauptsponsor ab, es gab ebenfalls keine Qualifier-Runden für die EU/NA/KR-Zonen.
Ich habe alle Tage verfolgt, war lediglich am letzten Tag (Sonntag) erst zu den Finalspielen wieder am Bildschirm.
Die Games selbst waren meiner Meinung nach recht gut vom spielerischen Aspekt her – allerdings gab es nur wenige Überraschungen und die Spannung hielt sich – zumindest bei mir – eher in Grenzen.
Dennoch war es wieder durchaus interessant Spielern wie Heromarine, Mana und vor allem Demuslim und Socke über die Schulter zu schauen.

Als in den Playoffs allerdings schon wieder zwei Koreaner vertreten waren, die in ihren Gruppen kaum Probleme hatten (alle 3 Koreaner gaben zusammen nur 1 einzige Map ab, als Zest gegen Demuslim verlor), war der Ausgang (leider) schon relativ klar.
Wenig überraschend hieß das Finale Zest gegen Byun – wobei die Spiele rein spieltechnisch wirklich gut waren.

Während des gesamten Events lief eine Spenden-Aktion, bei der Geld für den nächsten Homestory-Cup gesammelt wurde – am letzten Tag wurde das Ziel erreicht, sodass der 16. Homestory-Cup im Winter stattfinden wird.

Castertechnisch war es die ersten zwei Tage recht interessant, Samstag und Sonntag bestanden die Caster allerdings meist aus InControl und Rotterdam, etwas verschenktes Potenzial, auch wenn besonders InControl einfach ein echt lustiger Vogel ist.

(Meine) Fehlende Publikumslieblinge

Alles in allem mag ich es, wenn der eSport vorrangetrieben wird – und TakeTV hat insbesondere mit der Gaming-Bar und der Ausweitung des Programms auf Titel wie Hearthstone, CS:GO, Tekken und Overwatch einen großen Anteil daran, dennoch verliert der Homestory-Cup in seiner aktuellen Form für mich immer mehr den Reiz.

Mir fehlen die Zeiten, in denen ein Darkforce noch „Overlords bauuun!“ schrie, in denen ein Goody auch mal in die Playoffs (oder überhaupt zum HSC) kam, in denen White-Ra und Dimaga mit ihrem gebrochenen Englisch für lustige Situationen sorgten und als ein MC sich zu einem spontanen Tanz nach seiner Caster-Einlage hinreißen ließ.
Viele der Namen, mit denen ich in meiner Starcraft 2-Zeit groß geworden bin fehlen – Darkforce, HasuObs, Dimaga, White-Ra, Idra, Delphi, Xlord, Nightend, Naniwa, Grubby… die Liste ist wohl relativ lang.

Koreaner vertreiben die Atmosphäre

Und nun zum Punkt bei dem ich bei vielen wohl auf Unverständnis stoßen werde (und der auch im TakeTV-Twitch-Chat selten auf Gegenliebe stößt) – die Koreaner.
Die Koris dominieren quasi jede Ladder und jedes Turnier, sie haben ihre eigenen internen Ligen auf höchstem spielerischen Level, sie spielen trotzdem in quasi allen Foreigner-Ligen mit – und ersticken damit (aus meiner Sicht) die europäische und amerikanische Starcraft 2-Szene und deren Nachwuchs im Keim.

Wenn man schon im Vorraus beim Spielerfeld quasi absehen kann, wer das Turnier gewinnt – verliert das ganze seinen Reiz.
Als Beispiel: Bei den letzten 4 Homestory-Cups hat es 4 mal einen Koreaner als Gewinner gegeben, der von Anfang an als Favorit gehandelt wurde.
Die Unterschiede kann man bald schon als Bundesliga vs 2. Bundesliga oder gar 3. Liga bezeichnen.

Homestory Cup XV - Zesz
Zest gewann den HSC XV.

Natürlich, die Koreaner sind auf einem hohen spielerischen Level – aber die Spiele sind oft (leider) nur Schema A gegen Schema B, und werden in Kleinigkeiten und Sekunden entschieden. Spielerisch Klasse, für mich als Zuschauer der auch der Unterhaltung wegen schaut, eher blöd.
Ich würde lieber Spiele von Spielern sehen, die außergewöhnliche Styles spielen – wie beispielsweise ein Goody, oder mal auf verrückte Ideen kommen, wie ein HasuObs – aber damit stehe ich wohl relativ alleine da.

Zu guter letzt ist die Sprachbarriere ein Punkt, der einfach nicht zum Homestory-Cup passt – und die Atmosphäre killt. Die Koreaner wollen nur selten ein Interview geben, als Caster hört man sie schonmal garnicht – und sie geben dem Gegenspieler allenfalls den Handshake, nachdem sie ihn plattgewalzt haben.
Sie haben kaum Persönlichkeit oder tragen zur „heimeligen Atmosphäre“ des Events bei, die das ganze eigentlich erst ausmacht.
Die Gewinner-Zeremonie gestaltet sich ebenfalls ziemlich öde, wenn der Kori einfach nur darsteht und sich fragt, wann er mit Preisgeld und Pokal nachhause gehen kann.
Ob das nun an den Spielern selbst oder ihrer Kultur liegt, sei mal dahingestellt – aber es ist ein Punkt der sich nicht wegdiskutieren lässt.

Also ist der HSC nicht mehr sehenswert?

Doch, der Homestory-Cup ist durchaus sehenswert. Die ganze Kritik bedeutet nicht, dass das ganze Event schlecht ist – oder nicht mehr lohnenswert.
Nach jedem Tag eines HSC habe ich Lust Starcraft 2 wieder anzuschmeißen und mich in der Ladder verhauen zu lassen – und solange dass so bleibt, werde ich das Event auch noch weiter verfolgen.

Es ist einfach mittlerweile ein fester Bestandteil des Jahres geworden – und auch wenn der HSC meiner Ansicht nach einiges an Potenzial und Atmosphäre eingebüßt hat, möchte ich die vielen Stunden an unterhaltsamen Content nicht missen – genausowenig wie den Hearthstone-Bruder Seastory-Cup, bei dem es für mich einfach noch wesentlich besser und heimischer zugeht.

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